Ansichtskarte Hermann Seibt, Meissen (706)
"Die Synagoge in der Jahrstraße war in der Nacht vom 09. auf den 10.11.1938 in Brand gesteckt und zerstört worden. In den darauffolgenden Jahren wurde die Jüdische Gemeinde nahezu vollständig ausgelöscht, geächtet oder vertrieben."
Quelle: www.cottbus.de
"Im Mittelpunkt der historischen Postkarte steht die prächtige Synagoge mitten im Grünen. Seit dem Jahr 1858 existierte in Cottbus die Synagogengemeinde, die ihre Räumlichkeiten innerhalb der Cottbuser Altstadt besaß. Die größer werdende Gemeinde suchte nach einer Fläche, auf der sie ein ausreichend großes Gotteshaus errichten konnte. Im Jahr 1897 erwarb die Gemeinde das Grundstück. Am 28. Mai 1901 wurde der Bauantrag für die Synagoge gestellt. Architektur– und bauausführende Firma war wiederum Hermann Pabel & Co.
Der Grundstein wurde am 3. Juli 1901 gelegt. Nach nur 14 Monaten Bauzeit fand die Einweihung der Synagoge am 15. September 1902 statt. Der Görlitzer Rabbiner Dr. Freund hielt die Festpredigt. Die Cottbuser jüdische Gemeinde hatte zu dieser Zeit keinen eigenen Rabbiner. Der „Cottbuser Anzeiger“ berichtete am 16. und 17. September 1902 sehr ausführlich über die Feierlichkeiten sowie über den prächtigen Bau, der 166 Männern und 131 Frauen Platz bot.
Erst zwei Jahre später, im Jahr 1904, kam Dr. Salomon Posner nach Cottbus und übernahm die jüdische Gemeinde als Rabbiner. Er übte dieses Amt 30 Jahre lang aus und musste miterleben, wie dieses prächtige Gotteshaus in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 in Brand gesteckt und zerstört wurde. Die Schüler der damaligen Oberrealschule standen auf dem Schulhof und sahen zu, wie Feuerwehrleute nicht etwa die brennende Synagoge löschten, sondern nur darauf bedacht waren, das benachbarte Grundstück, das dann bebaut war, vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen. Die Trümmer wurden beseitigt. Die jüdische Gemeinde, deren Mitglieder sehr aktiv für Cottbus tätig waren, wurde ausgelöscht.
Heute ist von der einstigen Pracht der Bauten nichts übrig geblieben. Das ganze Areal wurde ab 1965 neu bebaut. Noch vorhandene Häuser entlang der Jahr– und der Roßstraße sowie der August–Bebel–Straße wurden abgerissen. An ihrer statt entstand zunächst das Konsument–Warenhaus, das am 3. Oktober 1968 feierlich eröffnet wurde. Ein Teil des Kaufhauses und des dazugehörigen Parkplatzes stehen auf dem einstigen Synagogengrundstück."
Quelle:
www.lr-online.de/lausitz/cottbus/cottbus-frueher-und-heute-alte-pracht-durch-konsumtempel-ersetzt-38129510.html | Abruf am 05.02.2026
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- Thursday, February 5, 2026
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